Frühmorgens erreichen wir Papeete, die Hauptstadt von französisch-polynesien auf Tahiti. Es ist mein Geburtstagsgeschenk, dass wir den allerletzten Platz in der heissbegehrten Marina mitten in der Stadt ergattern. Wir können unser Glück kaum fassen.


Unsere ersten Schritte führen uns in den nahegelegenen Supermarkt, wo wir uns ein Frühstück bestehend aus einem Pain au Chocolat in Kombination mit einem Cordon Bleu gönnen. Wir geniessen es nach all den Monaten wieder in einer Stadt zu sein – alle Begehrlichkeiten in Gehnähe, wieder einmal viele Menschen, den schönen Stadtpark, die Abenteuerspielplätze mit vielen Kindern. Auf der Inselrundfahrt stellen wir erstaunt fest, dass es auch hier nur wenig touristische Infrastruktur gibt – und wenn, dann ist sie sehr dezent. Zwar gibt es erneut mehr Touristen, doch deren Zahl ist noch immer sehr überschaubar.

Die nächste der Gesellschaftsinseln ist Moorea. Bereits auf der Anfahrt kreuzen wir den Weg eines Wales. Moorea mausert sich schnell zum Liebling dieser Inselgruppe. Die üppige, grüne Natur, die Form, die Berge, die Stimmung, es passt einfach alles richtig gut.

Wir erkunden die hiesige Industrie und besuchen eine Fruchtsaftfabrik, streifen durch die Ananasfelder.


Überall in Huahine – der nächsten insel – stossen wir auf die Zeugnisse der alten polynesischen Kultur – die Insel ist gesäumt davon. Die Menschen sind stolz darauf und halten daran fest. Vielleicht ist dies der Grund weshalb sie Besuchern etwas skeptisch gegenüberstehen – jedenfalls empfinden wir es so. Vielleicht liegt es auch am herrschenden Bauboom auf der Insel, vielleicht werden sie von ausländischen investoren überflutet – wer weiss. Es lohnt sich die Insel zu bewahren – es ist eine schöne Ecke.

Hier lernen wir die hiesige Vanilleproduktion kennen. Eine heikle Angelegenheit – vor allem weil die Vanilleblüte nur einmal pro Jahr während genau einem Tag blüht. Dann muss der menschliche Bestäuber zur Stelle sein und seine Arbeit tun. Alle weiteren Arbeitsschritte sind ebenfalls langwierig. Da leuchtet der stolze Vanillepreis mit einem Mal völlig ein.

Schliesslich bleiben wir noch ein paar Tage länger auf der Insel hängen als gedacht, da wir nach langem eine befreundete Familie wieder treffen.
Raiatea gilt als die Wiege Polynesien. Dort hat deren Kultur ihren Ursprung und verbreitete sich über all die anderen Inseln. Es heisst, dass sämtliche religiösen Stätten in ganz Polynesien einen Stein aus der grössten Stätte Raiateas als Grundstein haben und so deren Geist stets in sich tragen. Auch für Patrick ist dies eine besondere Insel. Den Namen kennt er schon so lange und schon vor vielen Jahren hat er den hiesigen Bootsmarkt verfolgt – und nun haben wir es also bis an deren Ufern geschafft. Trotz allem bleiben wir nicht lange. Zu unangenehm, zu ungeschützt, zu tief, zu windig und zu befahren ist unser Ankerplatz.
Nur wenige Meilen nördlich liegt Tahaa. Dort liegen wir herrlich geschützt in grossen weiten wilden Buchten gemütlich an einer Boie. Das Schnorcheln hier ist traumhaft – die Unterwasserwelt ist atemberaubend. Wir entdecken unzählige, leuchtend blaue Riesenmuscheln. Die Fische sind zahlreich, sehr bunt und sehr neugierig, schier zutraulich.









Wir können unser Glück kaum fassen, als wir einen Oktopus entdecken – ein unglaublich faszinierendes Tier. Bewegt es sich nicht, ist es fast unsichtbar – so vollendet ist seine Tarnung. Es passt sich farblich wie auch die Oberflächenstruktur vollständig dem Hintergrund an. Patrick entdeckt es deshalb erst, als er schon sehr nah ist – zu nah. Der Oktopus hat zwar keine Tinte gesprüht, doch hat er seine Farbe in einem wilden Wechselspiel von schwarz zu weiss gewechselt.
Ein völlig verkanntes Tier ist die Seegurke, welche in der Gegend sehr gehäuft vorkommt. Manche Arten scheinen über Beinahe-Superkräfte zu verfügen. Einige können ein erstarrendes Netz auf den Gegner werfen, manche können sich verflüssigen und dann wieder verfestigen. Einige können sich zur Vermehrung einfach teilen oder auch mal den Darm nach aussen stülpen, um Feinde zu verwirren. In uns hat das faszinierende Tier ein paar fans gewonnen.

Als wir Bora Bora erreichen, meine ich, meine Sonnenbrille habe eine Macke. Als Patrick die grünen Wolken über der Lagune ebenfalls sieht, wird uns klar, dass sich das sagenhaft türkise Wasser tatsächlich in den Wolken spiegelt. Es ist wohl die meist besuchteste Insel der Gesellschaftsinseln. Ist die Insel doch für viele der inbegriff der südsee und zierte in den 90er wohl als tapete die eine oder andere triste Blockwohnung. Sie ist auch schön – doch wie uns die Huahiner schon vorgewarnt haben – wohl auch die Insel mit dem meisten herumliegenden Müll. Sogar beim Schnorcheln stösst man hie und da auf Bierflaschen und Autofelgen, was sonst kaum vorgekommen ist. Es ist trotzdem ein guter Ort, um von Französisch-Polynesien Abschied zu nehmen.
Französisch-Polynesien hat uns verzaubert. Die Menschen wie auch die Landschaften sind herausragend und einzigartig. Fasziniert haben wir auf jeder Insel andere Eigenarten entdeckt. Die Stimmung, der „Groove“ war auf jeder Insel anders, die von Herzen kommende Freundlichkeit der Insulaner zog sich aber wie ein rotes Band durch das ganze Land. Wir schätzen uns glücklich, dass wir all diese traumhaften Orte besuchen konnten und würden den ganzen weiten Weg über den schier unendlichen Pazifik dafür sofort wieder in Kauf nehmen. Ein Traum ist wahr geworden.

Ihr Liebe
Ich bi ja vo Ahfang ah Fan gsi vo euem Blog, eurere Reis und eu Vier sowieso! Die Bilder vo dem Post begeisteret mi aber grad namal meh! Sie sind so bombastisch, dass ichs fast ned glaube chan, dass ihr das alles selber erlebed und mit eune eigene Auge bewundered und das ned nume Föteli us em Internet sind 🙂 Gnüssed die Natur, die liebe Mensche und eues Abentür witerhin. Ganz eh dicki Umarmig us de Ferni <3